Herzrhythmus

Unser Herz, dieser faustgroße, etwa 300 Gramm schwere Muskel, wird zu Recht gerne mit einem Motor verglichen. Ein Motor, der rund um die Uhr und jahrelang zu Höchstleistungen fähig ist. Um Organe und Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, pumpt das Herz eines Erwachsenen in jeder Minute durchschnittlich fünf Liter Blut durch den Körper – das sind im Laufe eines langen Lebens rund 250 Millionen Liter Blut. Dafür muss das Herz etwa drei Milliarden Mal schlagen.

Auslöser des Herzschlags ist ein elektrischer Impuls. Er wird vom Sinusknoten, einem Nervengeflecht im inneren rechten Vorhof des Herzens, erzeugt. Dieser Impuls bewirkt ein rhythmisches Zusammenziehen und Entspannen der Herzmuskulatur und gibt damit den Takt für die Herzpumpe vor.

Die Grafik erklärt die Funktionsweise der Herzpumpe und den Blutdurchfluss in den Anspannungs- und Entspannungsphasen. Im ständigen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung muss das Herz wie kein anderer Muskel des Körpers unermüdlich arbeiten. Dabei können Unregelmäßigkeiten auftreten, die den Pumpzyklus stören, das Herz aus dem Takt bringen und seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Herzrhythmus und Blutdurchfluss des Herzens

Die Punkte 1 bis 10 markieren die Abfolge des Blutdurchflusses.

blutdurchfluss

| Funktionsweise der Herzpumpe |

pfeil
  1. Muskelentspannung (Diastole): Aus den Lungenvenen fließt sauerstoffreiches Blut in den linken Vorhof. Gleichzeitig fließt sauerstoffarmes Blut aus der oberen und unteren Hohlvene in den rechten Vorhof. Von den Vorhöfen gelangt das Blut in die Herzkammern.
  2. Anspannung der Vorhöfe (Vorhofsystole): Der Sinusknoten gibt den Impuls, so dass sich die Muskulatur der Vorhöfe zusammenzieht und weiteres Blut in die Kammern drückt. Übersteigt der Füllungsdruck in den Kammern den Druck in den Vorhöfen, schließen sich die Segelklappen. Die Klappen zum Blut- und Lungenkreislauf sind noch geschlossen.
  3. Anspannung und Austreibung (Kammersystole): Jetzt spannt sich die Muskulatur der Herzkammern an. Der Druck in den Kammern steigt. Ist er hoch genug, öffnen sich die Aorten- und die Pulmonalklappe und das Blut wird aus den Kammern in den Körper- und Lungenkreislauf gepresst. Sinkt der Druck in den Kammern, schließen sich Aorten- und Pulmonalklappe, so dass kein Blut zurückfließen kann.
  4. Direkt im Anschluss an die Kammersystole erschlafft auch die Muskulatur, Blut strömt in Vorhöfe und Kammern.
Herzrhythmusstörungen

Jeder kennt es, dass Anstrengungen, Aufregungen, mitunter Krankheiten und die Wirkung von Medikamenten den natürlichen Rhythmus des Herzschlags beeinflussen. Das Herz schlägt zu schnell (Tachykardie), zu langsam (Bradykardie) oder mit zusätzlichen Schlägen (Extrasystolen). Ausgelöst werden diese Abweichungen durch Veränderungen und Beeinträchtigungen beim Sinusknoten oder Störungen bei der Reizweiterleitung. Das kommt durchaus auch bei herzgesunden Menschen hin und wieder vor. Bedrohlich kann es werden, wenn das Herz wiederholt und über längere Zeit so aus dem Rhythmus gebracht ist, dass es nicht mehr effektiv pumpen kann. Dies ist beispielsweise beim Vorhofflimmern der Fall, wenn das Herz so heftig und schnell zuckt, dass das Blut nicht in ausreichenden Mengen weitergepumpt wird.

Broschüre zum Thema
vorhof gr

Die Deutsche Seniorenliga hat in Kooperation mit Bayer Health Care eine Informations-broschüre zum Thema "Vorhofflimmern" herausgegeben.

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puls

| Herzschlag |

An der Innenseite des Handgelenks sind die Herzschläge deutlich spürbar. Hier lässt sich am besten der Puls messen. Im ruhigen Zustand sollte der Puls bei 60–80 Schlägen pro Minute liegen.

herztakt

| Herz aus dem Takt |

Gerät das Herz bei Anstrengung und Aufregung mitunter aus dem Takt, so ist dies ein vorübergehender Effekt und das Herz findet anschließend zu seinem natürlichen Rhythmus zurück.